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8-Punkte-Programm "Sichere Gesundheit im ländlichen Raum"

8-Punkte-Programm für „Sichere Gesundheit im ländlichen Raum“

LH Mikl-Leitner: große Herausforderungen, auf die es konkrete Antworten braucht

Ein 8-Punkte-Programm unter dem Motto „Sichere Gesundheit im ländlichen Raum“ stellte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gemeinsam mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landesrat Martin Eichtinger vor. Die größten Handlungsfelder sehen sie bei der bevorstehenden Pensionierungswelle von niedergelassenen Ärzten, bei fehlenden Kassenärzten, dem Trend zum Wahlarzt sowie den veränderten Erwartungen von Jungmedizinern. Um dagegenzuwirken brauche es die gezielte Zusammenarbeit mit Ärztekammer, Österreichischer Gesundheitskasse und dem Gesundheitsministerium.

Folgende acht Punkte seien daher rasch zu lösen:

1. mehr Medizin-Studienplätze, so wie es auch im Regierungsprogramm des Bundes verankert ist. Der hohe Anteil international Studierender und die kommende Pensionierungswelle im niedergelassenen Bereich verlange eine rasche Erhöhung der Studienplätze.

2. Aufwertung der „Allgemeinmedizin“ durch Gleichstellung mit dem Facharzt

3. Landarztquote bei Studienplätzen. Nach dem Vorbild von Bayern solle ein Teil der Studienplätze für Studierende reserviert sein, die sich in Folge verpflichten, mindestens fünf Jahre in einer Bedarfsregion tätig zu sein.

4. Landarzt-Stipendien

5. Sicherstellung der Versorgung mit Kassenärzten. Die Österreichische Gesundheitskasse und Ärztekammer müssen ein Konzept vorlegen, um die Versorgung mit Kassenärzten im ländlichen Raum zu sichern. Sollten offene Stellen nicht binnen Jahresfrist besetzt werden, müssen zur Überbrückung Hilfssysteme eingerichtet werden. Zum Beispiel direkte Verrechnungsstellen mit Klinikbetreibern oder die Forcierung mobiler Ordinationen.

6. Unterstützung für die Niederlassung in einer Bedarfsregion in der Höhe von 60.000 Euro durch die ÖGK, Förderung für Gründung einer Filialpraxis in der Höhe von 15.000 Euro.

7. keine finanziellen Vorteile mehr für ÖGK durch unbesetzte Kassenstellen. Die ersparten Mittel durch unbesetzte Kassenstellen sollen direkt in einen Länder-Fonds zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum fließen.

8. Anreize für Gesundheitszentren

 

„Eine zukunftsorientierte Gesundheitspolitik muss jetzt in der Gegenwart die richtigen Entscheidungen treffen, damit wir in Österreich auch morgen über eine erstklassige, sichere Gesundheitsversorgung - egal ob in der Stadt oder am Land – verfügen“, appelliert Mikl-Leitner.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf gab darüber hinaus ein klares Bekenntnis zu regionalen Klinikstandorten ab: „Niederösterreich bietet durch 27 Klinikstandorte Spitzenmedizin in allen Regionen.“ Man investiere aber nicht nur in Kliniken, sondern vor allem in die Ausbildung junger Menschen.

Eine Lanze für die Allgemeinmediziner brach Landesrat Martin Eichtinger: „Sie sind das Rückgrat der wohnortnahen medizinischen Versorgung. Wir sind unseren Allgemeinmedizinern sehr dankbar, weil sie über das geforderte Maß hinaus einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.“ Ein großes Augenmerk liege daher auf der Errichtung weiterer Gesundheitszentren. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Versorgungszentren sehr gut laufen würde und die Zufriedenheit von Ärzten und Patienten hoch sei.