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Strategie zum Ausbau der PV-Anlagen in NÖ präsentiert

Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz mit positivem Effekt auf Wertschöpfung und Arbeitsplätze

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf präsentierte heute, Donnerstag, mit Thomas Knoll, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsarchitektur, die Strategie zum weiteren Ausbau der Photovoltaik-Anlagen in Niederösterreich.

„Im Land Niederösterreich decken wir seit dem Jahr 2015 den Strombedarf zu 100 Prozent aus Erneuerbarer Energie“, betonte LH-Stellvertreter Pernkopf bei einer Pressekonferenz. „Die Energiewende ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz mit positivem Effekt auf Wertschöpfung und Arbeitsplätze“, ergänzte Pernkopf.

„Gerade Photovoltaik wird bei der Energiewende künftig eine noch größere Rolle spielen, nicht nur in Niederösterreich, sondern auch national und international“, erklärte Pernkopf die Wichtigkeit des Ausbaues des Sonnenstromes. In Niederösterreich gebe es laut Pernkopf rund 40.000 Anlagen mit einer Leistung von 325 Megawatt. „Diese Anlagen befinden sich hauptsächlich auf Dächern.“ Man habe sich in Niederösterreich das Ziel gesetzt, die PV-Leistung bis 2030 zu verzehnfachen. Dabei tue sich die Frage auf, wo diese Anlagen künftig installiert würden. Pernkopf dazu: „Priorität haben PV-Anlagen auf Dächern, Betriebshallen und anderen schon bebauten Flächen. Das können und sollen beispielsweise auch Parkplätze sein.“ In den Landesgesetzen habe man dazu schon Vereinfachungen umgesetzt. Laut Pernkopf brauche es auf Bundesebene nun den nächsten Schritt: „Ich habe schon Gespräche mit der neuen Umweltministerin Leonore Gewessler geführt, denn das neue ‚Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz‘ ist dringend notwendig und muss rasch umgesetzt werden.“ Auch dort sollen sich diese Prioritäten wiederfinden.

Im Land Niederösterreich gehe man beim PV-Ausbau mit gutem Beispiel voran, im Moment würden sämtliche Dächer der Landesgebäude überprüft. „Ziel ist es, möglichst viele dieser Dächer mit PV-Anlagen auszustatten“, so der LH-Stellvertreter. Trotzdem werde es laut Pernkopf natürlich auch Freiflächen-Anlagen im Grünland geben. Dazu wurde jetzt ein Widmungs-Leitfaden zum Schutz der wertvollsten Ackerflächen erstellt. Freiflächen-PV-Anlagen brauchen die Widmung „Grünland-Photovoltaikanlage“ durch die Gemeinde. Gemeinsam mit Experten aus Raumordnung, Energie und Naturschutz und Landwirtschaft habe man diesen Leitfaden erstellt, der darlegt, wie die Gemeinden bei diesen Widmungen vorgehen sollen. „Dabei haben wir uns auf drei Leitlinien geeinigt. Zum einen muss eine Gemeinde-Strategie vorhanden sein, zum anderen muss der Betreiber einen Netzzugang sicherstellen und drittens müssen hochwertige Böden geschützt werden“, ergänzte Pernkopf. Naturschutzflächen und hochwertige Ackerflächen sollen demnach nicht für den PV-Ausbau in Betracht gezogen werden. „Zunächst sollen jene Flächen verwendet werden, die weder für den Naturschutz noch für die Landwirtschaft interessant und wertvoll sind. Projektbetreiber müssen nachweisen, dass ihre gewünschten Flächen nur minderwertige Bodenqualität aufweisen. Der Bodenverbrauch muss hinten angehalten werden. Das ist ein ganz klarer Auftrag. So wollen wir Energiewende, Klimaschutz und Bodenschutz verbinden“, so der LH-Stellvertreter.

Pernkopf sei es auch wichtig, die geeigneten Grünflächen nicht nur für den Sonnenstrom-Ausbau zu nützen, sondern auch sogenannte „Sonnenenergie-Biotope“ zu schaffen. Dabei sollen im direkten Umfeld der PV-Anlagen beispielsweise Wildblumenwiesen, Hecken oder kleine Tümpel angelegt werden.

Thomas Knoll, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsarchitektur, unterstrich das: „Wir haben nur ein Niederösterreich, daher können wir nicht alle Flächen fünf Mal verbauen. Der Geist dieses neuen Leitfadens ist so geschrieben, dass die Multifunktionalität der Landschaft optimal genutzt wird. Niederösterreich ist mit vielen verschiedenen Projekten wie etwa dem ‚Grünen Ring‘ Vorreiter, wenn es darum geht, wertvolle Böden zu schützen. Dieser Weg wird hier weiter beschritten.“ Demnach sollen sich die PV-Anlagen gut ins Landschaftsbild einbetten. „Das kann man nur durch gute Planung erreichen“, erklärte Knoll abschließend.